Eine Bauvoranfrage, auch Bauvorbescheid genannt, ist ein formloser Antrag an die Bauaufsichtsbehörde, mit dem wesentliche Fragen eines geplanten Bauvorhabens geklärt werden können, bevor ein vollständiger Bauantrag eingereicht wird. Sie ist im Bauplanungsrecht der Bundesländer geregelt und dient der rechtlichen Klärung von strittigen oder komplexen Punkten.
Der große Vorteil einer Bauvoranfrage ist die frühzeitige Rechtssicherheit. Ein Bauherr kann beispielsweise klären, ob ein Grundstück im Außenbereich bebaut werden darf, ob die geplante Nutzung genehmigungsfähig ist oder ob bestimmte Abstandsflächen eingehalten werden müssen. Im Gegensatz zur Baugenehmigung bindet der positive Bauvorbescheid die Baubehörde rechtlich an ihre Entscheidung für eine bestimmte Frist, meistens für drei Jahre. Dies ermöglicht es dem Bauherrn, die weitere Planung voranzutreiben oder einen Kaufvertrag für ein Grundstück abzuschließen, ohne das volle Risiko eines späteren Ablehnungsbescheids zu tragen. Für die Immobilienbewertung ist eine positive Bauvoranfrage von großer Bedeutung, da sie die Bebaubarkeit eines Grundstücks sichert und somit den Bodenwert erheblich steigert.