Der Kapitalisierungsfaktor ist ein finanzmathematischer Faktor, der im Rahmen der Immobilienbewertung verwendet wird, um den Wert der Reinerträge einer Immobilie zu berechnen. Er ist ein zentrales Werkzeug im Ertragswertverfahren und gibt an, mit welchem Faktor die zukünftigen Erträge kapitalisiert, also in einen heutigen Wert umgerechnet werden müssen. Er ist identisch mit dem Vervielfältiger.
Die Höhe des Kapitalisierungsfaktors hängt von zwei wesentlichen Parametern ab: dem Liegenschaftszinssatz und der Restnutzungsdauer des Gebäudes. Je niedriger der Liegenschaftszinssatz und je länger die Restnutzungsdauer, desto höher ist der Kapitalisierungsfaktor. Dies liegt daran, dass zukünftige Erträge, die über einen längeren Zeitraum erzielt werden, aus heutiger Sicht einen höheren Wert haben. Der Faktor ist entscheidend, um den Wert einer Immobilie zu bestimmen. Der Sachverständige ermittelt den Kapitalisierungsfaktor anhand der Daten des örtlichen Gutachterausschusses.