Die Landesbauordnung (LBO) ist das zentrale Landesgesetz, das die Anforderungen an bauliche Anlagen und Grundstücke regelt. Jedes der 16 Bundesländer in Deutschland hat seine eigene LBO, die sich inhaltlich unterscheiden kann. Die LBO ist für die Bauherren, Architekten, Bauunternehmen und Sachverständige von entscheidender Bedeutung, da sie die rechtliche Grundlage für Bauvorhaben bildet. Sie regelt unter anderem die Genehmigungspflicht, die Abstandsflächen, den Brandschutz, die Barrierefreiheit und die Standsicherheit von Gebäuden.
Die LBO dient dazu, die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten und Gefahren für Leben und Gesundheit abzuwehren. Sie konkretisiert die allgemeinen Regelungen des Baugesetzbuches (BauGB) auf der Ebene des jeweiligen Bundeslandes. So legt sie beispielsweise fest, welche Bauvorhaben genehmigungsfrei sind, welche Unterlagen für einen Bauantrag erforderlich sind und welche Anforderungen an die Bauausführung gestellt werden. Eine Nichtbeachtung der LBO kann zur Ablehnung eines Bauantrags, zu Bußgeldern oder sogar zur Anordnung des Abrisses führen. Für die Immobilienbewertung ist die LBO relevant, da die Einhaltung ihrer Vorschriften die rechtliche Nutzbarkeit eines Objekts sichert und damit dessen Wert beeinflusst.