Der Jugendstil ist eine europäische Kunst- und Architekturepoche, die ihren Höhepunkt um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert hatte. Er gilt als Übergang zwischen dem Historismus und der modernen Architektur und ist bekannt für seine ornamentale und organische Formensprache.
Typische Merkmale von Jugendstil-Bauten sind asymmetrische Fassaden, florale und geschwungene Ornamente, Stuckverzierungen und die Verwendung von hochwertigen Materialien wie Marmor und Schmiedeeisen. Im Gegensatz zum sachlichen Bauhaus-Stil der nachfolgenden Epochen zeichnet sich der Jugendstil durch seine verspielte Eleganz und seine Liebe zum Detail aus. Die Grundrisse waren oft großzügig und die Wohnungen verfügten über hohe Decken. Zahlreiche Villen und Mietshäuser im Stil des Jugendstils sind heute denkmalgeschützt. Bei der Immobilienbewertung werden die Bauten aufgrund ihrer besonderen Ästhetik und ihres kulturellen Wertes oft höher bewertet als vergleichbare Bestandsgebäude. Dies gilt insbesondere, wenn sie sich in gutem Zustand befinden. Der höhere Verkehrswert rechtfertigt dann oft auch den höheren Instandhaltungs– und Sanierungsaufwand, der durch die aufwendige Bauweise entsteht.