Wertermittlung geerbter Immobilien: Was Erben jetzt wissen müssen
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Der Begriff „Bauturbo“ hat in den vergangenen Monaten stark an Aufmerksamkeit gewonnen. Hintergrund ist der politische und wirtschaftliche Druck, dringend benötigten Wohnraum schneller bereitzustellen und gleichzeitig die stark gestiegenen Baukosten, Zinsen und Genehmigungszeiten in den Griff zu bekommen. Die Immobilienwirtschaft steht vor der Herausforderung, Projekte effizienter umzusetzen, ohne Qualitäts- oder Sicherheitsstandards abzusenken. Genau hier setzt der Bauturbo an: Er soll Verfahren vereinfachen, behördliche Abläufe beschleunigen und Planungssicherheit schaffen – sowohl für private Bauherren als auch für professionelle Marktteilnehmer wie Projektentwickler, Kommunen und Unternehmen im Bau- und Wohnungssektor.
Die Diskussion ist deshalb aktuell, weil die Bundesregierung mit dem Bauturbo-Paket einen strukturellen Wandel einleiten möchte. Das Ziel: Genehmigungsprozesse modernisieren, Doppelprüfungen reduzieren und klare Verantwortlichkeiten schaffen. Damit könnten Bauvorhaben künftig schneller starten und früher fertiggestellt werden – ein entscheidender Faktor angesichts des massiven Wohnraummangels in vielen Regionen.
• Der Bauturbo umfasst Maßnahmen zur Beschleunigung von Bau- und Genehmigungsprozessen
• Kernpunkte sind digitale Verfahren, klar definierte Fristen und weniger Doppelprüfungen
• § 246e BauGB ermöglicht schnellere Entscheidungen für Wohnbauvorhaben
• Kommunen, Bauherren und Unternehmen müssen ihre Abläufe digital und standardisiert gestalten
• Ziel ist eine effizientere Umsetzung von Bauprojekten ohne Absenkung rechtlicher Standards
Der Begriff „Bauturbo“ beschreibt ein Maßnahmenpaket von Bund und Ländern, das darauf abzielt, Genehmigungs- und Bauprozesse spürbar zu beschleunigen. Die Initiative, die 2024 gestartet wurde, setzt an mehreren Schnittstellen an: im Bauplanungsrecht, im öffentlichen Baurecht, in der digitalen Verwaltung und bei Abstimmungsverfahren zwischen Behörden. Ziel ist es, strukturelle Hürden abzubauen, Abläufe zu vereinfachen und eine höhere Planungssicherheit für alle Beteiligten zu schaffen.
Nach Angaben des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen entstehen Verzögerungen heute häufig durch langwierige Prüfprozesse, unklare Zuständigkeiten und mehrfach geforderte Unterlagen. Der Bauturbo begegnet diesen Problemen durch eine stärkere Vereinheitlichung der Prüfungen, standardisierte digitale Verfahren und klar definierte Fristen. Damit sollen sowohl private als auch öffentliche Bauherren, Unternehmen der Bauwirtschaft und planende Stellen von effizienteren Abläufen profitieren.
Rechtlich handelt es sich beim Bauturbo nicht um eine Absenkung von Standards, sondern um eine beschleunigte Anwendung des geltenden Rechts. Ergänzt wird dies durch neue Instrumente wie digitale Genehmigungsplattformen, verbindliche Bearbeitungszeiten und die gezielte Reduzierung von Doppelprüfungen. Ein zentrales Element ist der neue § 246e BauGB, der Kommunen ermöglicht, bestimmte Bauvorhaben – insbesondere zur Schaffung von Wohnraum – schneller zu genehmigen. Die Vorschrift erlaubt Abweichungen von einzelnen städtebaulichen Anforderungen, sofern dadurch Wohnraum schneller realisiert werden kann und keine gewichtigen öffentlichen Belange entgegenstehen. Damit werden Entscheidungswege gestrafft, ohne die rechtliche Verlässlichkeit zu mindern.
Der Bauturbo verfolgt das Ziel, Planungs- und Genehmigungsprozesse spürbar zu beschleunigen und dadurch die Umsetzung von Bauvorhaben effizienter zu gestalten. Dabei stehen vor allem strukturelle Veränderungen im Mittelpunkt. Ein zentraler Ansatzpunkt ist die Verkürzung von Abstimmungswegen zwischen Behörden. Viele Verzögerungen entstehen heute, weil mehrere Stellen nacheinander prüfen oder Unterlagen mehrfach eingefordert werden. Der Bauturbo sieht deshalb vor, Prüfungen stärker zu bündeln und Verantwortlichkeiten klar zu definieren.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Standardisierung von Verfahrensabläufen. Digitale Genehmigungsplattformen sollen sicherstellen, dass Anträge vollständig eingereicht werden, alle erforderlichen Informationen vorliegen und Prozessschritte transparent nachvollziehbar sind. Damit steigt nicht nur die Geschwindigkeit der Bearbeitung, sondern auch die Nachvollziehbarkeit der Entscheidungen.
Hinzu kommt die Einführung verbindlicher Fristen für Behörden. Ziel ist es, zeitliche Vorgaben einzuhalten, die sich an realistischen Bearbeitungszeiten orientieren. Damit sollen monatelange Genehmigungsphasen, wie sie in der Vergangenheit häufig vorkamen, deutlich reduziert werden. Gleichzeitig sollen Stellungnahmen anderer Fachbehörden innerhalb klar definierter Zeiträume erfolgen, um unnötige Verzögerungen zu vermeiden.
Insgesamt ergeben sich daraus tiefgreifende Änderungen für die tägliche Praxis: Bauherren müssen ihre Unterlagen präziser und digital einreichen, Kommunen benötigen ein modernes Verwaltungsmanagement, und Fachplaner profitieren von planbareren Abläufen. Der Bauturbo greift damit nicht nur in rechtliche Rahmenbedingungen ein, sondern modernisiert die gesamte Prozesskette von der Planung über die Prüfung bis hin zur Genehmigung.
Die Umsetzung des Bauturbos erfordert Veränderungen auf mehreren Ebenen, da unterschiedliche Akteure jeweils eigene Aufgaben und Verantwortungsbereiche haben. Für private und öffentliche Bauherren bedeutet dies vor allem eine präzisere Vorbereitung der Unterlagen und eine konsequente Nutzung digitaler Antragswege. Die neuen Verfahren setzen darauf, dass Informationen vollständig, prüffähig und medienbruchfrei eingereicht werden. Fehlerhafte oder unvollständige Unterlagen sollen dadurch seltener zu Verzögerungen führen.
Kommunen und Genehmigungsbehörden stehen im Zentrum der strukturellen Reform. Sie müssen sowohl technische als auch organisatorische Anpassungen vornehmen: digitale Plattformen einführen, interne Abläufe vereinheitlichen und Verantwortung klar zuordnen. Die neue Vorgabe, dass Stellungnahmen anderer Behörden oder Träger öffentlicher Belange innerhalb festgelegter Fristen erfolgen müssen, stärkt zudem die Verbindlichkeit der Verfahren. Gleichzeitig sollen Doppelprüfungen entfallen, wenn bestimmte Anforderungen bereits an anderer Stelle nachgewiesen wurden.
Für Unternehmen der Bau- und Wohnungswirtschaft bedeutet der Bauturbo eine Umstellung auf stärker standardisierte, digitale und beschleunigte Abläufe. Die Bundesregierung formuliert hierzu klare Erwartungen: effizientere Vorbereitung, straffere Planung und eine frühzeitige Koordination zwischen allen Beteiligten. Durchklar definierte Prozesse sollen Reibungsverluste verringert und Baumaßnahmen zügiger umgesetzt werden können.
Auch die Gruppe der „Umsetzer“, also die planenden und prüfenden Stellen wie Architekturbüros, Fachplaner und Ingenieurbüros, wird stärker eingebunden. Sie sollen die digitalen Standards konsequent anwenden, Unterlagen schneller bereitstellen und Abstimmungen mit Behörden zügiger durchführen. Dadurch entsteht eine durchgehende Prozesskette, die den Zeitaufwand insgesamt reduziert.
Insgesamt führt der Bauturbo somit nicht nur zu rechtlichen Anpassungen, sondern zu einer Modernisierung der gesamten Arbeitsorganisation aller Beteiligten. Der Schwerpunkt liegt auf Geschwindigkeit, Transparenz und eindeutigen Zuständigkeiten – ohne die rechtliche Sicherheit aufzugeben.
Der Bauturbo soll Genehmigungs- und Bauprozesse deutlich beschleunigen, indem Verfahren standardisiert, Zuständigkeiten klarer geregelt und digitale Abläufe verpflichtend eingeführt werden. Ziel ist eine spürbare Verkürzung der Zeit zwischen Planung und Baubeginn.
Der neue § 246e BauGB ermöglicht Kommunen, bestimmte Bauvorhaben – vor allem zur Schaffung von Wohnraum – schneller zu genehmigen. Er erlaubt Abweichungen von einzelnen städtebaulichen Anforderungen, sofern keine übergeordneten öffentlichen Belange entgegenstehen und Wohnraum dadurch schneller realisiert werden kann.
Vor allem Bauämter und Kommunalverwaltungen, da sie durch digitale Plattformen und einheitliche Abläufe effizienter arbeiten können. Gleichzeitig profitieren sie von klaren Fristen und einer Reduzierung von Doppelprüfungen, die bislang viel Zeit in Anspruch nahmen.
Sie müssen Unterlagen künftig digital, vollständig und standardisiert einreichen. Je besser die Vorbereitung, desto weniger Rückfragen entstehen, was den Prozess weiter beschleunigt. Zudem wird eine engere Abstimmung mit Fachplanern erforderlich.
Der Bauturbo markiert einen der umfangreichsten Reformansätze der letzten Jahre im deutschen Bau- und Planungsrecht. Er reagiert auf strukturelle Probleme, die sich über lange Zeit aufgebaut haben: komplexe Genehmigungsverfahren, hohe Anforderungen an Unterlagen und eine Vielzahl beteiligter Behörden. Mit der Einführung digitaler Standards, klaren Fristen und der Stärkung kommunaler Entscheidungsspielräume setzt der Bauturbo genau an diesen Engpässen an.
Für die Praxis bedeutet dies eine tiefgreifende Modernisierung der Abläufe. Behörden müssen ihre internen Prozesse neu strukturieren, Bauherren und Unternehmen ihre Dokumentation stärker digital ausrichten, und Fachplaner intensiver zusammenarbeiten. Gleichwohl bleibt der rechtliche Rahmen erhalten – der Bauturbo zielt nicht auf eine Lockerung von Qualitäts- oder Sicherheitsanforderungen, sondern auf eine effizientere Anwendung des bestehenden Rechts.
Ob die angestrebte Beschleunigung tatsächlich erreicht wird, hängt davon ab, wie konsequent die Maßnahmen in den einzelnen Bundesländern und Kommunen umgesetzt werden. Klar ist jedoch: Die Initiative schafft erstmals verbindliche Grundlagen, um Bauprozesse systematisch zu entschlacken und den Wohnungsbau zukunftsfähiger zu gestalten.