Ein Erker ist ein aus der Fassade eines Gebäudes hervorspringender, geschlossener Vorbau, der in der Regel über mehrere Geschosse reichen kann. Im Unterschied zu einem Balkon ist er vollständig überdacht und in den Wohnraum integriert. Erker können unterschiedliche Grundrisse haben, beispielsweise rechteckig, polygonal oder rund ausgeführt sein.
Architektonisch dienen Erker sowohl der Gestaltung als auch der funktionalen Erweiterung des Innenraums. Durch ihre Bauweise ermöglichen sie zusätzliche Nutzfläche, verbessern die Belichtung und bieten erweiterte Ausblicke. Besonders in historischen Gebäuden wurden Erker häufig als repräsentative Elemente eingesetzt, während sie in moderner Architektur eher gezielt zur Auflockerung der Fassaden und zur Schaffung besonderer Wohnsituationen genutzt werden.
Bautechnisch ist der Erker Teil der tragenden Konstruktion und erfordert eine stabile Gründung oder Abfangung. In vielen Fällen sind auch bauordnungsrechtliche Vorschriften zu beachten, etwa im Hinblick auf Abstandsflächen oder die zulässige Fassadengestaltung.