Der Beleihungswert ist ein Begriff aus der Immobilienfinanzierung und definiert einen konservativ ermittelten Wert einer Immobilie, der als Obergrenze für die Kreditvergabe dient. Er ist im Gegensatz zum Verkehrswert oder Marktwert, der den aktuellen Kaufpreis widerspiegelt, auf eine langfristige, risikoarme Wertermittlung ausgerichtet. Die rechtliche Grundlage für seine Ermittlung findet sich im Pfandbriefgesetz (PfandBG) und der Beleihungswertermittlungsverordnung (BelWertV).
Banken und andere Kreditinstitute ermitteln den Beleihungswert, um das Risiko einer Kreditvergabe zu minimieren. Sie gehen davon aus, dass der Beleihungswert auch bei ungünstiger Marktentwicklung langfristig Bestand hat. Er wird in der Regel unter Berücksichtigung aller wertbestimmenden Merkmale der Immobilie ermittelt, wie Lage, Zustand und Nutzbarkeit. Dabei werden Risikozuschläge für mögliche Wertverluste einbezogen und spekulative Wertkomponenten ignoriert. Der Beleihungswert liegt daher fast immer unter dem tatsächlichen Verkehrswert. Er dient als Grundlage für die maximale Höhe eines Hypothekendarlehens, das oft nur 60 % bis 80 % des Beleihungswertes beträgt.