Die Vorfälligkeitsentschädigung ist ein finanzieller Ausgleich, den Kreditnehmer an ihre Bank zahlen müssen, wenn sie ein Darlehen vor Ablauf der vereinbarten Zinsbindung ganz oder teilweise zurückzahlen. Hintergrund ist, dass die Bank durch die vorzeitige Rückzahlung Zinseinnahmen verliert, die ihr bei ordnungsgemäßer Vertragslaufzeit zugestanden hätten.
Die Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung wird anhand verschiedener Faktoren berechnet. Dazu gehören die Restlaufzeit des Darlehens, der aktuelle Zinssatz des Kreditvertrages, das allgemeine Zinsniveau sowie die Höhe der Restschuld. Banken ermitteln daraus den Zinsverlust, den sie durch die Rückzahlung erleiden, und stellen diesen Betrag dem Kreditnehmer in Rechnung.
Rechtlich ist die Erhebung einer Vorfälligkeitsentschädigung zulässig, allerdings unterliegt ihre Berechnung strengen Vorgaben. Fehlerhafte Berechnungen können von Gerichten überprüft und gegebenenfalls korrigiert werden. Zudem bestehen in bestimmten Fällen gesetzliche Sonderkündigungsrechte.