Der Kniestock, auch Drempel genannt, ist die senkrechte Wand zwischen der Oberkante der Geschossdecke und dem Beginn der Dachschrägen. Er befindet sich im Dachgeschoss und bestimmt maßgeblich die Raumhöhe sowie die Nutzbarkeit der Dachräume. Je höher der Kniestock ausgeführt ist, desto mehr Stellfläche und Bewegungsfreiheit entstehen im Dachgeschoss.
In der Baupraxis variiert die Höhe des Kniestocks stark. Bei niedrigen Kniestöcken kann die nutzbare Fläche durch die Dachschrägen stark eingeschränkt sein, während ein höherer Kniestock zu großzügigeren Räumen führt. Ab einer gewissen Höhe wird ein Dachgeschoss als vollwertiges Geschoss angerechnet, was baurechtliche Auswirkungen auf die zulässige Zahl der Geschosse eines Gebäudes haben kann.
Bautechnisch besteht der Kniestock in der Regel aus Mauerwerk oder Holzständerkonstruktionen. Er dient nicht nur der Schaffung von Raumhöhe, sondern übernimmt auch statische und bauphysikalische Funktionen, etwa die Aufnahme von Lasten oder die Integration von Dämmungen.
Für die Immobilienbewertung spielt der Kniestock eine wichtige Rolle, da er die Wohnqualität, die Flächenberechnung und damit den Wert einer Immobilie beeinflusst. Hohe Kniestöcke steigern die Attraktivität des Dachgeschosses, während niedrige die Nutzbarkeit einschränken können.